Zuversicht auf einen Neuanfang

„Christ ist erstanden“, so beginnt eines der ältesten Osterlieder aus dem 16. Jahrhundert. Und dort heißt es weiter: „Von der Marter alle. Des solln wir alle fröhlich sein. Christ will unser Trost sein.“

Treffender kann man wohl auch nicht mit vielen Worten eine Woche im Kirchenjahr zusammenfassen, welche ein auf und ab von Hoffnung und Furcht, Enttäuschung und Vertrauen, Jubel und Niedergeschlagenheit symbolisiert.

Auch bei den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf wurde dieser wohl bedeutendsten acht Tage, zwischen dem Palmsonntag und dem Ostermorgen, im Leben Jesu Christi gedacht – in Präsenzgottesdiensten mit nur wenigen Besuchern. Diese Feiern wurden jedoch per TV in die Wohngruppen übertragen.

Zu Beginn der ereignisreichen Tage steht Jesu triumphaler Einzug in Jerusalem. Eine Menschenmenge feiert ihn als den König der Welt, als den Hoffnungsträger schlechthin. Sie jubeln ihm zu.

Wenige Tage später, am sogenannten Gründonnerstag, betet die Gemeinschaft der Christen: „Gott sei in unserer Mitte, damit es hell wird in unseren Herzen.“ Die Abendmahlfeier sei, so Seelsorger Peter Jankowetz, ein sichtbares Zeichen dafür, dass wir „eins mit unserem Gott sind“. Dafür hätten wir dann auch sicherlich Dank zu sagen.

Nur einen Tag später, am Karfreitag, gedachte auch die Glaubensgemeinschaft der Barmherzigen Brüder Gremsdorf eines ganz anderen Ereignisses. Jesus starb, er wurde ermordet. Und dies wurde bejubelt – und zwar von den gleichen Menschen, die ihn nur wenige Tage zuvor willkommen geheißen hatten. Der Theologe erinnerte in seinen Predigtworten an das Leiden und Sterben in unserer Welt, an Verzweiflung und an das Gefühl der Ausweglosigkeit. Aber, so der Pastoralreferent, dieser scheinbar so traurige Freitag sei nicht das Ende unseres Glaubens, unseres Gottvertrauens oder unseres Lebens. Nur wenige Stunden danach heißt die wohl wichtigste frohe Botschaft der Christenheit: „Es höre alle Trauer auf, der Heiland lebt, der Herr erstand.“ Und, so berichten die Evangelisten, wieder wurde gejubelt, wieder sind es die Menschen, die Jesu Leben, Sterben und Auferstehung hautnah miterlebten.

Mit recht eindringlichen Worten fasste Peter Jankowetz diese österlichen Ereignisse zusammen: „Die Auferstehung Jesu krempelt alles um.“ Sicherlich gebe es nach den Worten des Seelsorgers im Leben nicht nur Höhepunkte. Manchmal wisse man nicht, wo hinten und vorne ist und schon gar nicht unsere Mitte. Aber das helle Licht der entzündeten neuen Osterkerze könne Vertrauen und Zuversicht auf einen Neuanfang wecken. Denn, so unser christlicher Glaube: Jesus lebt und dies mitten unter uns.

 

(Anna Krug)

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