Weihnachten mal anders

Seelsorger Peter Jankowetz (li.) und Geschäftsführer Günther Allinger (re.) gestalteten den TV-übertragenen "Segen am Abend" zum vierten Advent

Das Jahr 2020 brachte viele Veränderungen mit sich. Immer wieder galt es, geplante Aktionen, Feste und Gewohnheiten abzusagen oder umzugestalten. Auch das Weihnachtsfest mit seinen vielen Traditionen drohte der Pandemie zum Opfer zu fallen.

Doch der Pastoralrat der Barmherzigen Brüder Gremsdorf ließ sich durch Corona nicht den Wind aus den Segeln nehmen und legte sich stattdessen richtig ins Zeug, um die Bewohner und Mitarbeitenden der Einrichtung mit weihnachtlichem Flair zu verzaubern. Bereits im November druckte, rollte und bündelte das Team um Christa Tottmann fleißig, um für jede Wohngruppe einen Adventskalender in hübsch arrangierten Tüten zu kreieren. Täglich durften sich die in der Einrichtung lebenden und arbeitenden Menschen über eine kleine Weihnachtsgeschichte daraus freuen. Per E-Mail erhielt ein großer Kreis der Hausgemeinschaft ebenfalls die Geschichten als „Gute Gedanken für den Tag“, um sich in der besonderen Zeit bis zum Heiligabend einen Moment des Innehaltens verschaffen zu können.

Mit dem Slogan „So einfach und so genussvoll kannst auch Du helfen“ begeisterte das Gremium am 2. Dezember 2020 die Hausgemeinschaft mit selbstgebrannten Mandeln. Dafür verkauften die Mitglieder des Pastoralrats die eigenhändig produzierte Köstlichkeit für zwei Euro pro Tüte. Dank der Aktion konnten dem Missionsprojekt der Barmherzigen Brüder, dem Saint John of God Centre im indischen Velloor, 1.000 Euro zugutekommen. Ziel dieses Projektes ist der Aufbau eines Frühförderungsprogrammes, das Kinder mit Beeinträchtigungen, Autismus-Spektrum-Störung, Entwicklungsverzögerungen und anderen Bedürfnissen ganzheitlich unterstützt.

Ein für den dritten Advent geplanter Auftritt eines Posaunenensembles aus der Nachbargemeinde musste aus Krankheitsgründen zwar abgesagt werden,

dennoch nahm die Weihnachtsstimmung in den Wohngruppen Fahrt auf. Besonders an den Wochenenden duftete es auf dem Einrichtungsgelände vielerorts nach frisch gebackenen Plätzchen und Lebkuchen. Auch türmten sich vor den Feiertagen besonders hohe Stapel mit Päckchen am Empfang, da viele Angehörige ihre Weihnachtsgeschenke aufgrund der Besuchseinschränkungen nicht persönlich übergeben konnten oder wollten. „Meine Schwester hat mir ein großes Paket geschickt“, strahlte Bewohner Jürgen Gleißl voller Freude. „Da sind viele gute Sachen drin.“

Da die Weihnachtsfeiern für Mitarbeitende sowie Beschäftigte entfallen mussten, fanden die verantwortlichen Leitungen Alternativen, um ihren Dank zu übermitteln. Geschäftsführer Günther Allinger sprach am vierten Advent im Rahmen der abendlichen Segensfeier aus der Klosterkirche von den zwei Seiten des Virus. Neben all den Nachteilen sei die Hausgemeinschaft „noch ein Stück mehr zusammengewachsen“, so der Einrichtungsleiter. Er bedankte sich außerdem bei den Mitarbeitenden für die „ausnahmslos gute Begleitung der Bewohner“ während des schwierigen, pandemiegeprägten Jahres 2020.

Die traditionelle Ehrung der Werkstattbeschäftigten konnte natürlich ebenfalls nicht wie gewohnt zelebriert werden. Die entsprechenden Urkunden lieferte Werkstattleiter Detlev Troll daher direkt zu den Wohngruppen und überreichte sie dort persönlich.

Die Einschränkungen durch den Lockdown machte die Bescherung an Heiligabend zu etwas ganz Besonderem, war es doch vielen Bewohnern seit langer Zeit nicht mehr möglich gewesen, sich Einkaufswünsche selbst zu erfüllen.

Nach der feierlichen Christmette an Heiligabend, die nur in kleinstem Kreis stattfinden durfte, aber von den Wohngruppen live an den Fernsehgeräten mitverfolgt werden konnte, wurden alle Wohngruppen mit Weihnachtssternen beliefert. Ein kleines Spontanensemble sang vor den Balkonen „Oh du fröhliche“ und so mancher Bewohner und Mitarbeitende stimmte schunkelnd mit ein.

An weihnachtlichem Flair mangelte es in der Einrichtung also trotz all der Einschränkungen wahrlich nicht, zeigte sich die Hausgemeinschaft doch gewohnt kreativ und fand immer wieder Möglichkeiten, der Pandemie zu trotzen.

Weihnachten musste nicht abgesagt werden. Es war eben mal anders.

 

(Anna Krug)

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