Trotzdem und jetzt erst recht!

Ostern in der Einrichtung

„Wir feiern Ostern“ – aber wie denn in diesem Corona-Jahr 2020? Die Möglichkeiten, den Kar- und Ostertagen einen festlichen Rahmen zu geben, lagen dieses Mal ganz und gar im privaten, im heimischen, ja, man ist versucht, zu sagen, eher im intimen Bereich.

Öffentlich Eucharistie zu feiern, wie zum Beispiel mit hunderttausenden Besuchen auf dem Petersplatz in Rom und dem päpstlichen Segen Urbi et Orbi, oder in der heimischen Kirche, war in diesem Jahr nicht möglich. Und so mussten sich letztlich auch die Barmherzigen Brüder Gremsdorf bescheiden.

Bescheiden und trotzdem eindrucksvoll gelang es vier Mitgliedern des Pastoralrates zusammen mit dem Hausseelsorger Peter Jankowetz trotzdem, den österlichen Geist per Fernsehaufnahme ins Haus zu tragen. Die Sitzreihen der Klosterkirche blieben also leer. Stattdessen konnten die Gläubigen den Gottesdienst auf den Bildschirmen in den Wohngruppen mitverfolgen.

Das Kreuz stand im Mittelpunkt eines recht kleinen, aber doch sehr feierlichen, sehr festlichen Gottesdienstes am Ostersonntagmorgen in der Hauskirche. „Gott lässt uns nicht allein“, lautete Peter Jankowetz‘ frohe Botschaft. „Ich darf auf ihn hoffen, zu ihm beten, auf ihn vertrauen, mit ihm leben, denn er ist bei mir“ – welch‘ österlicher Gedanke erreichte da die vielen Wohngruppen des Hauses! Schließlich seien wir alle mit Gott und den anderen Menschen verbunden.

Die fünf Gottesdienstgestalter schmückten das große Holzkreuz vor dem Altar mit frischen Palmzweigen.

Recht aufmunternd, geradezu Mut machend klangen die weiteren Worte des Hausseelsorgers Jankowetz: „Trotzdem und jetzt erst recht! – Ja, es ist Ostern. Das Leben ruft, alles auf Anfang, alles neu!“

Als weiteres, allseits bekanntes Symbol segnete der Pastoralreferent die große Osterkerze, „die uns Leben und Licht in einer schweren Zeit“ bringt. Minutenlanger Glockenklang vom hohen Kirchturm trug schließlich diese österliche Botschaft weit über das Einrichtungsgelände.

Wie hieß es schließlich im Evangelium nach Markus? „Jesus Christus ist auferstanden: Er lebt!“ -  „Es geht also weiter!“

Jankowetz führte diesbezüglich aus: „Lasst uns aufstehen“ – und zwar gegen alles, was das Leben unmenschlich macht. Und einer seiner zuversichtlichen und zukunftsgläubigen Gedanken lautete, dass es sich immer wieder lohne, Neues zu versuchen, im Alten nicht zu verharren. Denn eines sei gewiss, so der Seelsorger, „Gott ist immer an unserer Seite“.

Wenn wir das diesjährige Osterfest auch nicht im großen Rahmen feiern können, so möge es doch „in unser aller Herzen“ stattfinden, sagte Geschäftsführer Günther Allinger schließlich am Ende des etwas anderen Gottesdienstes. Sein Dank galt „allen in unserer Einrichtung, die so aufrecht und engagiert ihren Dienst tun“. Wenn auch nicht im engeren Sinne des Wortes, so gelte doch weiterhin die Bitte: „Nicht neben-, aber miteinander agieren!“

Irina Konjaev verstand es an der Orgel, Ostern in seiner ganzen Vielfalt musikalisch erklingen zu lassen: ob nun eher die festliche, heitere und hoffnungsfrohe, oder die besinnliche und ruhige Seite – ihr Spiel war einfach beeindruckend.

(Johannes Salomon)

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