Think positive – stay negative!

Denk positiv - bleib negativ!

Eine Mitarbeiterin wird von einer geschulten Kollegin aufgeklärt und beraten, bevor der Abstrich durchgeführt wird

Angesichts der deutschlandweit stetig hohen Corona-Zahlen in den vergangenen Wochen hat sich das Direktorium der Barmherzigen Brüder Gremsdorf entschieden, zusätzlich zu den bereits bestehenden und gut funktionierenden internen Schutzkonzepten, mit sogenannten PoC-Antigentests zu reagieren. Mit deren Hilfe sollen etwaige Infektionsketten in der Einrichtung zeitnah aufgedeckt und unterbrochen werden.

Für dieses freiwillige Angebot hat Beate Drückler, Bereichsleiterin der Wohnangebote, in ihrer Funktion als Pandemiebeauftragte der Einrichtung eigens 6.000 solcher Tests geordert. „Mit dieser Menge kommen wir auf jeden Fall durch den Winter und können pro Person auch mehrere Tests anbieten“, sagt Drückler und fährt fort: „Uns ist wichtig, dass wir Verdachtsfälle schnell und gezielt klären und damit allen Beteiligten mehr Sicherheit geben können“.

Auch möchte das Direktorium all denjenigen einen Test ermöglichen, die sich Sorgen machen, dass von ihnen eine erhöhte Infektionsgefahr für die Klienten oder den Kollegenkreis, für externe Dienstleister oder für die eigenen Familienangehörigen ausgeht. Besonders sinnvoll sei das neue Testverfahren bei asymptomatischen Infektionen, die dadurch recht zuverlässig herausgefiltert werden könnten, erklärt Beate Drückler weiter. Daher seien auch Personen ohne Krankheitssymptome dazu eingeladen, sich freiwillig einer PoC-Antigen-Testung in der Einrichtung zu unterziehen.

Die Vorteile dieser Tests lägen zum einen in der einfachen Handhabung, denn für die Auswertung werde kein Labor benötigt, so die Pandemiebeauftragte. Nach spätestens 30 Minuten stehe zudem das Ergebnis fest. Für die Durchführung wurde dank vertrauensvoller Zusammenarbeit verschiedener interner Bereiche, in engem Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt, ein ausgefeiltes Testkonzept entwickelt. Festgelegte Mitarbeitende haben eine spezielle Schulung durch den Betriebsarzt erhalten, um sich für die Durchführung der Rachen-Abstriche über die Nase sowie deren Auswertung zu qualifizieren.

Beate Drückler zeigt sich nach den ersten Tagen zufrieden: „Es hat sich schnell abgezeichnet, dass unsere Teststrategie aufgeht“. Freilich wollen dabei passgenaue Terminplanung, Dokumentation sowie der notwendige Personal- und Materialeinsatz gewährleistet sein.

„Der Abstrich war für mich keine große Sache, ging schnell und problemlos. Ich finde es super, dass es diese Möglichkeit jetzt gibt“, so das Fazit einer Mitarbeiterin, die sich gleich am ersten Tag der neu installierten Teststation freiwillig gemeldet hatte.

Das Angebot steht der gesamten Hausgemeinschaft zur Verfügung, ebenso können auch Angehörige und Besucher wie beispielsweise Therapeuten oder Gutachter davon Gebrauch machen. Über vorherige Anmeldung bei den Bereichsvorgesetzten werden die Termine koordiniert. Obligatorisch ist in jedem Fall die Einwilligung der zu testenden Person beziehungsweise deren rechtlichen Betreuers bei Menschen mit Beeinträchtigung. Durchschnittlich sollen beziehungsweise können pro Woche etwa zehn Prozent der Mitarbeitenden, Bewohner, Beschäftigten und Besucher getestet werden, bei Bedarf sogar noch mehr. Dies ermögliche, neben der gezielten Identifikation – vor allem symptomloser - infizierter Personen, zugleich ein Monitoring über die Wirksamkeit der zusätzlichen Schutzmaßnahmen innerhalb der Einrichtung.

„Letztlich steht die Sicherheit für uns an erster Stelle“, sagt Beate Drückler und zeigt sich zugleich zuversichtlich: „Die letzten Monate haben gezeigt, wie verantwortungsbewusst und engagiert die Menschen in unserer Einrichtung mit den Herausforderungen dieser Pandemie umgehen. Durch die Testmöglichkeit möchten wir jedem und jeder einzelnen mehr Gewissheit und Sicherheit bieten“. Denn Corona werde uns noch einige Zeit begleiten. Das Credo lautet daher: Think positive – stay negative!

(Anna Krug)

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