Sein Leben war geprägt von menschlicher Anteilnahme und großer Hilfsbereitschaft

Am 8. März gedenkt der Hospitalorden der Barmherzigen Brüder alljährlich seines Ordensvaters, des heiligen Johannes von Gott.

Er wurde als Joao Ciudad Duarte am 8. März 1495 im portugiesischen Montemor-o-Novo geboren. Als junger Mann führte er ein recht unstetes Leben. Er war Schafhirte, Soldat, Bauhandwerker in Nordafrika und verdiente sich seinen Unterhalt sogar als Buchhändler.

Duarte beschreibt selbst seine Begegnung mit dem damals berühmten Prediger Johannes von Avila am 20. Januar 1539 als äußerst bedeutungsvoll und entscheidend für seinen weiteren Werdegang. Er erkannte seinen Lebenssinn von nun an darin, anderen Menschen zu helfen. Sein Lebensmotto hieß jetzt: „Tut Gutes“.

Er kümmerte sich um Obdachlose und Waise. Joao Ciudad gründete im südspanischen Granada schließlich seine ersten Hospitäler, und er war es auch, der sich vor allem der geistig und seelisch Behinderten in ganz besonderer Weise annahm. Ihm war auch bewusst, dass es eine Einheit zwischen Körper und Seele gibt.

Recht bald gelang es Joao, Gleichgesinnte um sich zu sammeln, die mit ihm gemeinsam voll und ganz in ihrer caritativen Arbeit aufgingen. So entstand schließlich der Hospitalorden der Barmherzigen Brüder.

Mit 55 Jahren starb Joao Ciudad Duarte am 8. März 1550 in Granada. 1690 wurde der als Johannes von Gott Verehrte heiliggesprochen.

Heute sind 1050 Ordensbrüder in 52 Ländern auf allen fünf Kontinenten tätig und unterhalten über 400 Einrichtungen. Rund 9000 weltliche Mitarbeiter unterstützen einige wenige Ordensmänner in der bayerischen Provinz. Sie arbeiten gemeinsam in 30 ganz verschiedenen Werken, unter anderem in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, Krankenhäusern, Kinderheimen, Hospizen, Kureinrichtungen oder auch in der Obdachlosenhilfe.

Den diesjährigen Gedenkgottesdienst bei den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf hielt am

7. März Pater Johannes von Avila Neuner aus dem Ordenskrankenhaus München, den Geschäftsführer Günther Allinger herzlich in der Hausgemeinschaft begrüßte.

Pater Johannes brauchte eigentlich nur auf das große Bild über dem Hochaltar verweisen, um Johannes von Gott näher zu charakterisieren. Dort sieht man den Heiligen, wie er im Jahr 1549 Patienten aus einem brennenden Hospital in Granada eigenhändig rettete. Sein ganzes Tun sei, so Pater Johannes, von menschlicher Anteilnahme und großer Hilfsbereitschaft geprägt gewesen. So könne uns der Ordensvater ein großes Vorbild sein, sagte der Geistliche. Und sein Auftrag an uns, die im Dienste hilfsbedürftiger Frauen und Männer stehen, könne nur lauten: „Gehet hin und tut das Gleiche.“

In diesem Sinne deutete Pater Johannes von Avila Neuner auch das Tagesevangelium vom barmherzigen Samariter. Und seine Fürbitten lauteten, auch dann und dort zu helfen, „wenn es unangenehm ist“, „wir Nachteile haben“, „wir Menschen nicht mögen“, „uns die Zeit davon läuft“, „es sinnlos erscheint“ und auch „wenn uns andere auslachen“. Diesbezüglich wies der Priester aus München noch auf einen weiteren Grundsatz des Ordensvaters der Barmherzigen Brüder hin: „Das Herz befehle.“

Pastoralreferent und die Praktikantin und angehende Gemeindereferentin Karla Schneider unterstützten Pater Johannes beim Gottesdienst, der vom Hauschor unter Leitung von Irina Konjaev musikalisch umrahmt wurde.

  

(Johannes Salomon)

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