„Lasst uns aufbrechen – ohne Furcht und Angst“

Aus sieben umliegenden Pfarreien waren über 500 Christen ins Forum Barmherzige Brüder Gremsdorf gekommen, um einen so genannten Aufbruchsgottesdienst zu feiern; viele von ihnen hatten sich dabei an einer Sternwallfahrt beteiligt.

Seit dem 1. September letzten Jahres hat sich die Zahl der Seelsorgebereiche des Erzbistums Bamberg von 96 auf 35 reduziert; einer davon ist der Seelsorgebereich Höchstadt. Und zu ihm gehören die Pfarreien Adelsdorf und Aisch, Sterpersdorf und Gremsdorf, Etzelskirchen und Zentbechhofen sowie Höchstadt.

Aus all diesen Orten waren Gläubige ins Forum gekommen, mit ihnen auch der leitende Pfarrer Kilian Kemmer, Pfarrer Thomas Ringer aus Adelsdorf/Aisch, Pfarrvikar Dominik Syga aus Höchstadt sowie die Pastoralreferentin Monika Urbasik. Gastgebender Seelsorger war der Pastoralreferent der Barmherzigen Brüder Gremsdorf, Peter Jankowetz, der mit Helfern der Einrichtung den „Gottesdienst hervorragend vorbereitet hatte (Kilian Kemmer)“.

Der Höchstadter Stadtpfarrer nannte drei Gründe, warum gerade Gremsdorf zum Zielpunkt der Sternwallfahrt ausgesucht worden war: Zum einen gebe es hier wohl die am besten geeignete Räumlichkeit, dann bilde dieser Ort die geografische Mitte. Zudem „sind die Barmherzigen Brüder Gremsdorf eine besondere Visitenkarte des neuen Seelsorgebereiches“. Besonders freue ihn, dass so viele Kinder und Jugendliche mitgekommen seien, sagte Pfarrer Kemmer. „Ihr seid die Zukunft unserer Kirche“.

Er fände es genauso beachtenswert, dass auch die örtliche Politik ihr gutes Einvernehmen mit der Kirche demonstriere. Die Bürgermeister Norbert Walter aus Gremsdorf, Gerald Brehm aus Höchstadt und Karsten Fischkal aus Adelsdorf nahmen nämlich auch am Gottesdienst teil.

In Anlehnung an das Tagesevangelium stellte der Höchstadter Pfarrer die Aussage, „Ihr seid das Licht der Welt und das Salz der Erde (Matthäus 5, 13)“, an den Anfang seiner Verkündigung. Und diesen Glaubenssatz sollten die katholischen Christen selbstbewusst nach draußen tragen, sie sollten sich als solche outen.

Freilich, so gestand Kilian Kemmer ein, habe sich die katholische Kirche in der Vergangenheit durchaus großer Verbrechen schuldig gemacht, so dass dieses Bekenntnis nicht immer leicht falle. Außerdem sei sie innerlich zerstritten. Gelebte Ökumene und der synodale Weg könnten die Christen durchaus bei der Suche nach einer Lösung der Krise helfen.

Angst, so Kemmer, sei auf jeden Fall „ein schlechter Ratgeber“. Wie heiße wohl eine der bedeutendsten christlichen Botschaften: „Fürchtet Euch nicht!“ Diese Aussage könnte auch als Leitsatz an den Beginn des neuen Seelsorgebereiches gesetzt werden. „So lasst uns aufbrechen, ohne Furcht und Angst – denn wer glaubt ist nie allein“, rief schließlich Pfarrer Kilian Kemmer den Gottesdienstbesuchern zu.

Die Stadtkapelle unter der Leitung von Georg Römer sowie Organistin Monika Köberlein begleiteten musikalisch die Heilige Messe.

Das Team aus dem Café Granada sorgte schließlich noch dafür, dass die vielen Gläubigen an Seele und auch an Leib gestärkt ihren Heimweg wieder antreten konnten.

(Johannes Salomon)

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