Gelebte Barmherzigkeit

In einem feierlichen Gottesdienst in der Gremsdorfer Klosterkirche ernannte Provinzial Frater Benedikt Hau den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick zum Ehrenmitglied des Ordens der Barmherzigen Brüder. 

Es sei ihm eine „überaus große und innige Freude“, den Bamberger Bischof künftig zur Ordensfamilie hinzuzählen zu dürfen. „Als Persönlichkeit sind Sie uns seit vielen Jahren vertraut und wir schätzen Sie sehr“, so der Ordensobere. Benedikt Hau betonte vor allem auch Ludwig Schicks Gastfreundschaft, die in den Begegnungen mit ihm stets zu spüren sei. Dies zeige, dass „Sie Barmherzigkeit leben“.

Schließlich übersetzte Frater Benedikt die in lateinischer Sprache verfasste Ehrenurkunde.

Unter anderem heißt es darin: Es ist uns ein Anliegen, den uns Wohlgesinnten an den geistlichen Schätzen des Ordens Anteil zu verleihen und damit ihrer Barmherzigkeit und Hospitalität Rechnung zu tragen.

Mit der Ernennung zum Ehrenbruder seien laut Hau keine äußeren Privilegien verbunden. Als Symbol der „Verbindung spirituellen Wertes“ erhielt der Erzbischof neben der Ernennungsurkunde einen silbernen Ring, eine Kerze sowie einen Korb mit frischen Granatäpfeln.

In seiner Dankesrede erklärte Schick, die Aufnahme in den Hospitalorden sei für ihn eine Ehre, gleichermaßen aber auch Verpflichtung. Als junger Mann habe er zunächst beabsichtigt, Arzt zu werden, bevor er immer stärker seine Berufung als Seelsorger und damit als „Arzt der Seelen“ erkannte. Während des Theologiestudiums hegte er sogar kurzfristig die Idee, in den Orden der Barmherzigen Brüder einzutreten. Wenn auch damals nichts daraus wurde, so freue er sich heute umso mehr, dass nun „ein Traum meiner Jugendzeit erfüllt“ werde.

Bereits als Student fand Schick über das Ehrenamt Zugang zu Menschen mit Beeinträchtigung. Schon damals erkannte er, dass diese Frauen und Männer uns Werte vermitteln, wie spontane Zuneigung, Freundschaft, Nächstenliebe und Humanität.

In seiner Verkündigung nahm der Bamberger Erzbischof Bezug auf das kopernikanische Weltbild und zwar in zweifacher Hinsicht: Zum einen haben wir Kopernikus die Erkenntnis zu verdanken, dass die Erde nicht im Mittelpunkt des Universums steht und zum anderen wurde die Theologie dahingehend verändert, dass Gott nicht mehr in der Höhe oder Tiefe, sondern mitten unter uns ist. „Wenn wir ihn verehren wollen, dann durch den Dienst am Nächsten“.

Mitzelebranten des Gottesdienstes waren die Ordensgeistlichen Pater Johannes von Avila Neuner sowie Pater Thomas Väth. Als Ehrengäste waren zwölf Fratres der Barmherzigen Brüder anwesend, Dekan Martin Emge aus Forchheim, Stadtpfarrer Kilian Kemmer sowie der Gremsdorfer Bürgermeister Nobert Walter. Musikalisch begleitet wurde die Feierstunde von Gabriel Konjaev an der Orgel.

 

(Anna Krug)

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