Forderung nach Fachlichkeit und Herzensbildung

Unterrichtet wird in den neu angebauten Räumen der Augustinus-Schule in Gremsdorf schon seit einem knappen halben Jahr, jetzt bekam der Neu- und Umbau den kirchlichen Segen.

Angereist waren dazu aus München der Provinzial der Barmherzigen Brüder, Frater Benedikt Hau, Regierungsschuldirektorin Gabriele Metzger aus Ansbach sowie die Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann (SPD), Bezirksrätin Dr. Ute Salzner (CSU) und Landrat Alexander Tritthart. Auch der Gremsdorfer Bürgermeister Norbert Walter war gekommen.

Schule sei eine Institution, die auch immer etwas mit dem Gebäude zu tun habe, sagte Schulleiter Andreas Keidel in seiner Begrüßungsrede. Und dieses strahle letztlich auch auf die Menschen aus, die dort lehren und lernen. Dies gelänge dann besonders gut, so Keidel, „wenn wir uns wohlfühlen und uns in einer guten Atmosphäre aufhalten, die dazu einlädt, sich miteinander und mit Bildung zu beschäftigen“.

Das Schulgebäude aus den 1990er Jahren war ursprünglich auf zwei Klassen ausgelegt gewesen. Heute seien es sieben Klassen pro Schuljahr mit bis zu 130 Schülern, erklärte der Schulleiter die dringend notwendig gewordene Erweiterung des Gebäudes.

Besonders erfreulich war die kurze Bauzeit von nur 13 Monaten. Dafür bedankte sich Andreas Keidel bei dem Architekten Albert Kastner aus Höchberg bei Würzburg sowie dem technischen Leiter der Barmherzigen Brüder Gremsdorf, Eric Nagl. Kastner habe durch seine Bauweise bewiesen, dass er nicht nur ein hervorragender Architekt sei, sondern auch etwas von Pädagogik verstehe, meinte schließlich Keidel.

Anschließend stellten Eric Nagl und Albert Kastner das 2,8 Millionen teure Bauprojekt den Festgästen etwas näher vor. Es galt, so Nagl, nicht nur einen neuen Anbau zu planen und fertigzustellen, das alte Schulgebäude musste aufwändig renoviert werden, um schließlich ein „anschauliches, repräsentatives“ Gesamtwerk zu erhalten. Stolz sei Nagl wie Kastner vor allem darauf, dass Kostenrahmen wie geplante Bauzeit eingehalten werden konnten.

Und der Architekt meinte schließlich, dass sich in der heutigen Zeit weniger die Frage stelle, was ein Bauwerk koste, sondern vielmehr „was können wir uns leisten“. Im Außenbereich galt es, eine gewisse „Harmonie“ mit den umliegenden Gebäuden, gerade mit dem Schloss aus dem 18. Jahrhundert, herzustellen. Der Innenausbau sei dagegen „hochmodern“ und nach der neuesten Multimedia-Technik erfolgt.

Kastners Fazit zu der Umbaumaßnahme lautete schließlich: „Ich selbst kann mich mit ihr identifizieren.“

Für uns werde eine qualifizierte Ausbildung immer bedeutender, sagte Provinzial Frater Benedikt Hau vom Trägerorden der Gremsdorfer Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigung. Gerade im Bereich der Behindertenhilfe sei der Fachkräftemangel besonders groß und ihm sei es wichtig, dies auch den Politikern deutlich zu machen. Denn wir bräuchten gerade sie dringend, dass sie uns helfen, wichtige Bedingungen zu schaffen, um dieser Notlage zu begegnen.

Der Ordensobere schloss in seinen Dank auch den „lieben Gott“ mit ein. „Er hat mit gutem Wetter dafür gesorgt, dass der Bau zügig fertiggestellt und ohne nennenswerte Unfälle und Konflikte zu Ende gebracht werden konnte“. Schließlich forderte Frater Benedikt Hau noch, dass neben der hohen Fachlichkeit auch Herzensbildung in Form von Respekt und Hospitalität vermittelt werden müsse.

Der Hausseelsorger der Barmherzigen Brüder Gremsdorf, Peter Jankowetz, erteilte schließlich An-wie Umbau den kirchlichen Segen. Wichtig sei es, dass wir die Schulräume dafür nutzen, um miteinander zu reden und zu lachen, einander Achtung zu erweisen, uns durchaus auch die Meinung zu sagen, einander zu belehren und voneinander zu lernen, sich zu äußern in Miene, Wort und Gesten und den guten Geist der Gemeinsamkeit entflammen zu lassen; so dass „aus dem Vielen eine Einheit wird“. Jankowetz segnete schließlich selbstgefertigte Kreuze als „Platzhalter“.

Schülerinnen und Schüler unter der Leitung ihres Lehrers Thomas Strehle begleiteten musikalisch die Feierstunde.

Schließlich überreichte Albert Kastner den „süßen“ Schulschlüssel in Form eines großen Kuchens an Provinzial Frater Benedikt Hau, und Seelsorger Jankowetz übergab dem Schulleiter eine Figur des heiligen Augustinus, des Schutzpatrons der Schule.

Vor dem Schulgebäude pflanzten die Ehrengäste Blumenstöcke in ein großes kreuzförmiges Beet.

  

(Johannes Salomon)

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