Ein Fest für Jung und Alt

Die Förderstätte verkaufte Selbstgefertigtes

Ihr Sommerfest beginnen die Barmherzigen Brüder Gremsdorf traditionell mit einem Gottesdienst.

Als Leitgedanken für seine Verkündigung wählte der Hausseelsorger Peter Jankowetz in diesem Jahr die Losung: „Du musst wissen, was du willst.“ Und er machte die vielen Gottesdienstbesucher im voll besetzten Forum darauf aufmerksam, dass im Gegensatz zur landläufigen Meinung auch Gott den Menschen durchaus zubillige, frei in ihren Entscheidungen und in ihrem Willen zu sein. „Aber fragt Euer Herz.“

An einen ganz schlimmen Jahrestag in der 123-jährigen Geschichte der Gremsdorfer Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigung erinnerte Pastoralreferent Peter Jankowetz auch: Genau vor 78 Jahren sei der letzte von vier Tagen gewesen, an dem „nachweisbar 219 Bewohner verschleppt worden sind, um ermordet zu werden“. Das Naziregime hatte ein Gesetz verabschiedet, nach dem Menschen mit einer geistigen oder psychischen Behinderung als „lebensunwert“ einzustufen seien und somit letztlich in Konzentrationslagern getötet werden müssten. Heute erinnert ein Mahnmal auf dem Gelände der Barmherzigen Brüder Gremsdorf an dieses Ereignis. Und Pastoralreferent Peter Jankowetz mahnte auch für das Jahr 2019 Achtung, Offenheit und Nächstenliebe an.

Die Festtagsangebote reichten anschließend von Bogenschießen über Kinderschminken bis zum Bau von Vogelhäusern. Die Hitzegeschädigten konnten sich im Ambulanzzelt den Blutdruck und den Blutzucker messen lassen, die indischen Schwestern boten Handmassagen an, der wandernde jonglierende Clown erfreute Groß und Klein und mit der Pferdekutsche konnte man das Einrichtungsgelände auf eine ganz besondere Art und Weise erkunden.

Auf dem Speisezettel standen Rinderbraten, Bratwurst- sowie Fisch- und Käsebrötchen. Aber auch für die süßen Leckermäuler unter den vielen Sommerfestbesuchern, die trotz tropischer Wetterverhältnisse nach Gremsdorf gekommen waren, stand vielerlei zur Auswahl: Waffeln, Kuchen beziehungsweise Eisspezialitäten.

Die Blaskapelle Wachenroth sorgte über Stunden hinweg für stimmungsvolle Musik im Festzelt.

Toll fand es der junge Bewohner Jürgen, „dass so viele Menschen uns hier in Gremsdorf einmal besucht haben“, und Mitbewohnerin Maria fand es trotz großer Hitze „einfach nur schön“. 

 

(Johannes Salomon)

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