Ein Beruf mit Herz

Durch das herzförmige Tor Richtung neuen Lebensabschnitts

„Was zeichnet wohl einen Heilerziehungspfleger nach seiner dreijährigen Ausbildung aus?“ Diese Frage stellten sich im Gottesdienst anlässlich der Abschlussfeier an der Gremsdorfer Augustinus-Schule die Studierenden selbst.

Im Vordergrund stehe selbstverständlich eine umfassende wissenschaftliche Qualifikation mit hoher Fachlichkeit, lautete eine spontane Antwort. Aber auch Geduld, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Verständnis müsse eine Fachkraft in der Behindertenarbeit haben. Und darüber hinaus – so weitere Wortmeldungen – sei es selbstverständlich auch wichtig, einfühlsam, liebe- und schließlich auch humorvoll mit den Betreuten umzugehen.

Hausseelsorger Peter Jankowetz fand letztlich die all umfängliche Berufsbezeichnung: Heilerziehungspfleger mit Herz. Und dazu gehöre dann auch noch, dem Gegenüber „Raum zu eigenen Entfaltung“ zu lassen und sich „über Erfolge anderer zu freuen“. Damit tragen die umfassend ausgebildeten Heilerziehungspfleger auch dazu bei, dass die Welt „ein kleines Stück liebevoller und gerechter“ werde, sagte Jankowetz.

Auf dem Weg Richtung eins neuen Lebensabschnitts durchschritten die glücklichen Schulabsolventen schließlich symbolisch ein großes herzförmiges Tor.

Der Geschäftsführer der Barmherzigen Brüder Gremsdorf, Günther Allinger, nahm in der anschließenden Feierstunde den Gedanken des Heilerziehungspflegers mit Herz auf und ergänzte, dass wir durchaus auch im alltäglichen Leben dem einen oder anderen Mitmenschen begegnen, der sich von seiner hilfsbereiten, seiner mitfühlenden Art zeige.

Auch für den Trägerorden der Barmherzigen Brüder sei es „äußerst wichtig“, dass die Fachkräfte in seinen Einrichtungen sehr gut ausgebildet seien, um ihren Dienst am Nächsten professionell tun zu können, sagte Frater Karl Wiench aus Königstein. Aber darüber hinaus seien der Respekt sowie die Gastfreundschaft genauso notwendig. „Wir müssen in jedem Menschen auch ein Geschöpf Gottes sehen“, das mehr sei als die Summe seiner Fähigkeiten.

Für den Schulleiter Andreas Keidel gehört neben der hohen professionellen Haltung auch eine „entsprechende Zugewandheit zum Mitmenschen“ zu einem wahren Heilerziehungspfleger. Das heißt aber auch, „nicht immer gleich zu bewerten und zu urteilen, sondern genau hinzuhören und hinzuschauen, den Gegenüber erstmals vorurteilsfrei wahrzunehmen“.

Schulleiter Keidel, Geschäftsführer Allinger und der Ordensvertreter Frater Karl gratulierten schließlich 26 Studierenden, dass sie nach dreijähriger Ausbildung die Heilerziehungspflegeprüfung mit Erfolg abgeschlossen haben sowie den zwölf Absolventen mit bestandener Helferausbildung.

Der Dank des Schulleiters galt schließlich auch seinen Lehrerkollegen für ihre Leistungen, ihr Engagement und ihr Durchhaltevermögen. Schon heute könne Keidel auf eine Neuerung im Schuljahr 2019/20 hinweisen. An der Augustinus-Schule werde künftig zusätzlich die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger in zweijähriger Vollzeit angeboten.

Mit Isolde Sturm verabschiedete der Schulleiter eine „Lehrkraft der ersten Stunde“, die seit 1989 dem Lehrerkollegium angehörte, in ihren „wohlverdienten Ruhestand“.

Für ihre herausragenden Leistungen wurden die Jahrgangsbesten des Oberkurses Silvia Deichslberger, Verena Hoffmann, Sylvia Hirschmann, Nicole Moninger sowie Philipp Glenk geehrt, ebenso die Besten des Helferkurses Corinne Lotter, Lydia Nußbaum und Sandra Hoepfner.

Die Oberkursschülerin Luise Enders begleitet auf ihrer Querflöte musikalisch die Feier.

 

(Johannes Salomon)

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