„Die Herausforderungen der Zeit angenommen“

Roman Reiner (re.) erhält zum Abschied einen Strauß Blumen von Geschäftsführer Günther Allinger

Zu Beginn seiner Gremsdorfer Psychologen-Laufbahn stand eigentlich eine Warnung. Roman Reiners unmittelbarer Vorgänger im Bereich Psychologie hatte lapidar gemeint: „Die Zustände in der Einrichtung sind furchtbar.“

Reiner hatte die Pflegeanstalt, so wurde die Einrichtung damals genannt, in Gremsdorf, im Vergleich zu heute, unter ganz anderen Umständen kennengelernt. Das musste auch Geschäftsführer Günther Allinger feststellen, als er den Hauspsychologen nach über 30 Jahren Dienstzeit offiziell in den Ruhestand verabschiedete.

Im Jahr 1989 gab es lediglich neun Wohngruppen, bei immerhin schon 280 männlichen Bewohnern. Frauen lebten zu dieser Zeit noch nicht in der Einrichtung. Allinger berichtete zudem von riesigen Schlafsälen mit weit über 20 Betten, und Arbeit diente damals lediglich als Therapieansatz. Im September 1989 wurde die erste Fachschulklasse mit 17 Studierenden eröffnet. Sie gehörte offiziell noch zur Fachschule für Heilerziehungspflege- und hilfe der Barmherzigen Brüder Reichenbach. Über viele Jahre fand der Psychologe auch dort sein Betätigungsfeld als Lehrer. Nach den Worten des Einrichtungsleiters habe er „die Herausforderungen dieser Zeit angenommen.“ Und Allinger erklärte weiterhin, dass Reiner all seine fachliche Kompetenz, aber auch seine Empathie in den darauf folgenden Jahren einsetzte, um die Lebens- und Arbeitsverhältnisse bei den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf immer mehr zu verbessern. Reiners Weg war immer wieder begleitet von Abbrüchen, Umbrüchen und Aufbauarbeiten innerhalb der Einrichtung. An so manchem strukturellem Wandel war der Psychologe aktiv beteiligt. Stand am Anfang seines beruflichen Werdegangs innerhalb der Gremsdorfer Einrichtung noch das Normalisierungsprinzip, so ging sein weiteres Bestreben Richtung Integration und Inklusion der von ihm mitbetreuten Bewohner und ab 1998 dann auch Bewohnerinnen. Wenn heute im Fokus der pädagogisch-psychologischen Arbeit bei den Barmherzigen Brüdern Gremsdorf das Ambulant Begleitete Wohnen steht, so hatte auch Psychologe Reiner seinen Anteil daran.

Dafür, dass er in vielen Bereichen sowohl Bewohner als auch Mitarbeiter unterstützte, bedankte sich der Geschäftsführer bei seinem scheidenden Kollegen. Als Zeichen seiner besonderen Anerkennung überreichte Allinger Blumen sowie einen Gutschein an den Neu-Rentner. „Auch im Namen der Barmherzigen Brüder bedanke ich mich ganz herzlich bei Ihnen und wünsche Ihnen für Ihren Ruhestand alles Gute und Gottes Segen.“

Nun habe, so die abschließenden Worte des Geschäftsführers Günther Allinger, Roman Reiner Zeit, um seiner Reiselust nachzugehen, aber auch, um seinen Lesehunger zu stillen. Und falls es die Umstände wieder erlauben, so könne er auch wieder Museen besuchen, gemütlich essen gehen und einen guten Tropfen Wein in netter Gesellschaft genießen.

Die Hausbotenredaktion wünscht Roman Reiner alles, alles Gute für seine bevorstehende Zeit des Ruhestands. Lieber Roman, mach’s gut, bleib‘ gesund, und lass dich gerne mal wieder sehen!

 

(Anna Krug)

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