Die Förderstätte geht neue Wege

Besonders betroffen von den Einschränkungen durch Corona waren und sind die Bereiche der Förder- und Seniorentagesstätte. Seit März waren die Gruppen geschlossen, lediglich eine Notbetreuung für wenige externe Beschäftigte bildete die Ausnahme.

Alle anderen Teilnehmer sowie auch die Mitarbeitenden waren gezwungen, die behördlich angeordnete Schließung hinzunehmen. Zudem wurden die Räumlichkeiten der Förder- und Seniorentagesstätte anderweitig benötigt und zu Isolierstationen umgestaltet. Der Bereich war somit mehr oder weniger aufgelöst.

Für alle Betroffenen bedeutete dies eine enorme Umstellung, insbesondere für viele der Beschäftigten brachen wichtige Rituale und Gewohnheiten weg, auch hieß es ja, in vielerlei Hinsicht auf Struktur, Gemeinschaft und Kontakt zu Freunden zu verzichten. Und vor allem auch für die Mitarbeitenden, von denen nicht wenige eben aus Gründen der festen Arbeitszeiten in der Förderstätte arbeiten, entstand eine große Herausforderung.

In den Schichtdienst zu wechseln und sich in neue Arbeitsbereiche einzuarbeiten, so etwas passiert nicht eben nebenbei – im Gegenteil, für viele entstand eine Doppelbelastung zwischen Kinderbetreuung und völlig veränderter Arbeitssituation.

 „Die Mitarbeitenden haben extrem hohe Flexibilität bewiesen“, lobt Förderstättenleiter Reginald Niksch. „Viele haben sich freiwillig für die Arbeit in den Isolierstationen gemeldet oder mussten sich im Laufe der Monate mehrfach in neuen Wohngruppen einfinden. Das beweist echten Teamgeist“, so Niksch. Er betont auch die gute Kooperation mit den Kollegen des Bereichs Wohnen. Dort sei ebenso eine beachtliche Leistung erbracht worden, die neu hinzugekommenen Kollegen zu integrieren und einzuarbeiten.

Ein eigens entworfenes, strenges Hygiene- und Schutzkonzept erlaubt mittlerweile eine Wiederaufnahme des Förderstättenbetriebs in kleinen Gruppen. So können bereits seit Juli externe Beschäftigte wieder am Angebot teilnehmen. Hierfür wurden Räumlichkeiten in der Werkstatt 3 neu eingerichtet und bezogen.

Miriam Ackermann, Teamleitung in der Förderstätte, stellte hierbei besonders den Zusammenhalt und die Offenheit der Kollegen aus der Werkstatt heraus: „Wir wurden hier so gut aufgenommen, haben jederzeit Hilfe und Entgegenkommen erfahren und fühlen uns sehr wohl hier.“ Und sie ergänzt dabei, dass „das Hygienekonzept gut funktioniert, trotz vieler Veränderungen ziehen alle an einem Strang“.

Diese und viele andere positive Erfahrungen der vergangenen Wochen ermutigten die verantwortlichen Leitungskräfte, die Angebote der Förder- und Seniorentagesstätte auszubauen, sodass auch für interne Beschäftigte nun wieder ein zweiter Lebensbereich eröffnet werden kann.

Seit 1. September arbeiten nun alle Mitarbeitenden der Förder- und Seniorentagesstätte wieder in ihren Regeldienstzeiten und bieten den internen Teilnehmern eine Tagesstruktur innerhalb ihrer jeweiligen Wohngruppen an, um die Kontakte untereinander und damit etwaige Infektionsketten weiterhin möglichst gering zu halten.

„Endlich wieder Senta“, war die Reaktion eines Teilnehmers der Seniorentagesstätte, der „seine Senta“ seit Monaten vermisste. Auch die Mitarbeitenden freuen sich, dass mit diesem Schritt wieder etwas mehr Normalität und Struktur in ihren Arbeitsalltag einkehrt.   

„Wir starten damit ein Experiment und sind guter Dinge, dass es gelingen wird“, sagt Reginald Niksch. Optimistisch machen ihn dabei die entstandenen Synergieeffekte der vergangenen Monate. Diese seien für ihn „ein klarer Gewinn der Krise und zeigen deutlich die Stärken unserer Mitarbeitenden“.

(Anna Krug)

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