Der Plan war eigentlich ein anderer

„Eigentlich wollten wir einen Ausflug in den Wildtierpark Schloss Tambach anbieten“, verrät Eva Wagner aus dem Fachdienst der Barmherzigen Brüder Gremsdorf. „Mit etwas Glück hätten wir dort sogar die frei umher laufenden Rehe streicheln können“.

Aber wie so vieles, fiel auch dieses Kursangebot des Bildungsprogramms 2021 der Pandemie zum Opfer. Da die Ausflugslaune jedoch ungetrübt war, mussten Alternativen her. Und so kam den Initiatorinnen Yvonne Hainzl und Eva Wagner die Idee einer Schnitzeljagd. Nach akribischer Vorbereitung machte sich an zwei Vormittagen im Mai und Juni 2021 jeweils eine Gruppe Abenteuerlustiger auf eine spannende Schatzsuche.

Um die verborgene Kostbarkeit finden zu können, mussten die teilnehmenden Bewohner:innen und Beschäftigten sieben Zauberfedern aufspüren und dadurch ihre Tugenden unter Beweis stellen: Mut, Weisheit, Ehrlichkeit, Intelligenz, Kraft, Friedfertigkeit und Schnelligkeit.

Dementsprechend war die Herausforderung, sieben Aufgaben zu lösen, die teilweise ganz schön knifflig waren. Nur wenn ein Rätsel erfolgreich gelöst wurde, erhielt man den Tipp, wo der nächste Haltepunkt samt neuer Hinweise zu finden war.

Die Route hatten die Verantwortlichen dafür mit Luftballons als Wegweiser abgesteckt. Die erste Station war am Spielplatz in der Siedlung, weiter ging es etwas in den Wald hinein, dann in Richtung Krausenbechhofen am Weiher entlang, an der Pferdekoppel vorbei und über die Naturwerkstatt zurück auf das Gelände der Barmherzigen Brüder. Echte Rehe waren auf der Strecke leider nicht zu sehen, aber neben den Pferden auf der Weide liefen den Teilnehmenden in den Rätseln und Aufgabenstellungen immer wieder verschiedene Tiere über den Weg, die wichtige Lösungshinweise gaben. Auf der mehrstündigen Suche musste die Gruppe unter anderem Rauchzeichen lesen und verschiedene Spuren verfolgen, um dem begehrten Schatz näherzukommen. Eine zerstückelte Schatzkarte wies zuletzt den Weg, wenn man in der Lage war, die vielen Teile richtig aneinanderzusetzen. Die Spannung stieg immer weiter. „Ich glaub‘ da ist er!“, rief schließlich einer der motivierten Gefährten. Und tatsächlich: der Schatz konnte endlich geborgen werden und mit ihm fanden die süßen Juwelen und Medaillen ihre neuen Besitzer. Stolz präsentierten alle ihre Errungenschaften.

Erstaunlich, wieviel Freude und Begeisterung ein Ausflug „vor die Haustür“ erwecken kann - sogar ohne Begegnung mit einem echten Reh. Dieses Beispiel zeigt, wie durch eine gemeinsame Motivation und die Begegnung mit der Natur simple Erlebnisse zu etwas ganz Besonderem werden können.

 

(Anna Krug)

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