Boys‘Day 2021 digital – ein Experiment mit Erfolg

Der Boys'Day – Jungen-Zukunftstag ist ein bundesweiter Aktionstag zur Berufsorientierung für Jungen und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Ziel der Initiative ist es, bundesweit eine Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees zu etablieren.

Jungen und junge Männer haben vielfältige Interessen und Stärken. Geht es aber um ihre Berufswahl, entscheiden sie sich oft für Berufe wie Kfz-Mechatroniker oder Industriemechaniker – Berufe, die traditionell oft von Männern gewählt werden.

Natürlich sind das interessante Berufe, aber es gibt noch so viel mehr. Ob mit Hauptschulabschluss, einer Ausbildung, dem Abitur oder einem Studium – es gibt jede Menge Berufsfelder, in denen männliche Fachkräfte und Bezugspersonen gesucht werden und sehr erwünscht sind, zum Beispiel im Bereich Soziales, Gesundheit, Pflege und Erziehung. Auch Berufe aus dem Dienstleistungsbereich und weitere Berufsfelder, in denen Männer unterrepräsentiert sind, können Jungen am Boys'Day kennenlernen.

Neben der Berufserkundung können die Schüler am Boys'Day auch an pädagogischen Workshops teilnehmen. Hier geht es beispielsweise um männliche Rollenbilder, Berufs- und Lebensplanung und die Vielfalt von Lebensentwürfen. Für die Erweiterung ihrer sozialen Kompetenzen können sie im Rahmen des Aktionstags außerdem ihre Team- und Konfliktfähigkeit stärken.

In diesem Jahr fand der Boys’Day erstmals digital statt. Auch die Barmherzigen Brüder Gremsdorf beteiligten sich daran. Denn auch hier sind männliche Mitarbeiter deutlich in der Unterzahl, und zwar trotz des Überhangs männlicher Klienten.

Im Vorfeld hatte sich eine kleine Arbeitsgruppe darum gekümmert, geeignetes Bild- und Filmmaterial zu erstellen, damit die Teilnehmer einen möglichst realistischen Einblick in den Beruf des Heilerziehungspflegers gewinnen konnten. In ihrer Funktion als Wegweiserin für Menschen am Berufsanfang erarbeitete Kathrin Limmer gemeinsam mit Jens Breuer, stellvertretendem Schulleiter der Augustinus-Fachschule, ein Konzept, das die Teilnehmer in einem virtuellen Meeting strukturiert durch den Vormittag führte. Zwischen verschiedenen vorbereiteten Beiträgen gab es immer wieder die Gelegenheit um sich auszutauschen und Fragen zu stellen. Besonders angetan waren die Teilnehmer wohl von den eigens erstellten Filmsequenzen, die konkrete Einblicke in die Wohnangebote gewährten. 24 interessierte Jungen und junge Männer aus ganz Deutschland nahmen an der Veranstaltung teil. Von ihren Bildschirmen aus konnten sie live den Erzählungen zweier Gremsdorfer Fachschüler folgen und sie zu ihren Erfahrungen sowie dem beruflichen Alltag eines Heilerziehungspflegers befragen. „Dass die Heilerziehungspflege weit über Pflege hinaus geht und sich ein großer Teil des Berufs auch um Freizeit und Lebensgestaltung dreht, hat viele Teilnehmer überrascht“, resümiert Kathrin Limmer. Nicht zuletzt die abwechslungsreiche Vielfalt der Arbeit mit Menschen mit Behinderung könne auch für männliche Interessenten ein spannendes Tätigkeitsfeld darstellen. Und die Heilpädagogin fährt fort: „Wir hatten den Eindruck, dass viele der Teilnehmer durch den Vormittag eine deutlich bessere Vorstellung vom Berufsbild des HEP gewinnen konnten.“

Mit dem digitalen Angebot haben die Barmherzigen Brüder Gremsdorf an dieser Stelle Neuland betreten. Der Boys’Day hatte bislang immer in Präsenzform stattgefunden. Insgesamt sei das Experiment ein Erfolg gewesen, so Limmer, dies zeige auch eine Umfrage unter den Teilnehmern.

 

(Anna Krug)

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