Barmherzige Brüder Gremsdorf erweitern ihre Fachschule

Die erste Unterrichtsstunde im neuen Schulgebäude

Eine Doppelstunde im Fach Deutsch mit Lehrerin Dagmar Fink und 30 Studierenden in einem Klassenzimmer eines nagelneuen Schulgebäudes – dieses Bild bot sich am Mittwoch, 2. Mai 2019 an der Augustinus-Fachschule der Barmherzigen Brüder Gremsdorf; eine Momentaufnahme, die für ein 2,1 Millionen teures Projekt stand und das Ende einer mehrjährigen Entwicklung bedeutete.

Dem Fachschulgebäude für Heilerziehungspflege/-hilfe aus dem Jahr 1996 wurde ein Anbau verpasst, der den Erfordernissen der Zeit entsprechend eingerichtet ist. Wobei sich Schulleiter Andreas Keidel besonders darüber freute, dass die geplante Bauzeit sogar unterschritten und die einst geplanten Kosten eingehalten werden konnten.

Vor 23 Jahren sei das bisherige Schulgebäude auf rund 60 Schüler ausgerichtet gewesen. Heute gingen doppelt so viele Frauen und Männer in die Schule in Gremsdorf. „Unter der Raumnot litten wir schon viele Jahre“, sagte Keidel. Und jeder nur verfügbare Raum in der gesamten Einrichtung sei von der Schule genutzt worden.

Durch den Anbau von drei Klassenzimmern, zwei Gruppenräumen und eines großen Mehrzweckraumes könnten nun alle Schüler unter einem Dach unterrichtet werden. Den Studierenden stünde jetzt auch ein Pausenraum zur Verfügung, der „seinen Namen wirklich verdient“, freute sich Schulleiter Keidel.

Mit dem Anbau verbunden war gleichzeitig der Umbau des bisherigen Schulgebäudes, welcher vor allem Auswirkungen auf die Schulverwaltung sowie die Bürosituation der 14 hauptamtlichen Lehrkräfte hat.

Der Gremsdorfer Schulleiter verweist außerdem auf die neue Ausbildungsform, die im Schuljahr 2019/2020 zusätzlich angeboten wird und ihren eigen Platz beansprucht. „Von Anfang an haben wir unsere Studierenden in drei Jahren praxisbegleitend für den späteren Beruf des Heilerziehungspflegers fit gemacht“, nun gebe es zusätzlich eine zweijährige Vollzeitausbildung. Gerade heutzutage, wo Zeit und Zeitersparnis eine immer größere Rolle spielten, werde die reduzierte Unterrichtsform durchaus nachgefragt.

Um ihre berufliche Zukunft bräuchten sich weder die Studierenden in der Heilerziehungspflegehilfe noch in der Heilerziehungspflege irgendwelche Sorgen machen, sagte Keidel. Zum einen sei die Nachfrage größer als das Angebot und zum anderen würden diese Berufe in vielen unterschiedlichen Bereichen gebraucht. Denn, wie Keidel hervorhebt, fänden die ausgebildeten Frauen und Männer qualifizierte Arbeit in allen Bereichen der Behindertenhilfe, von Wohnheimen über Werkstätten bis hin zu Förderstätten, Kitas und Schulen.

Groß ist auch der Altersunterschied der Schülerinnen und Schüler, die in der Gremsdorfer Augustinus den Unterricht besuchen. Die jüngsten Studierenden sind 17 Jahre, aber auch Quereinsteiger über 50 drücken noch die Schulbank. Nicht selten, so Keidel, entdeckten zahlreiche Frauen und Männer erst im fortgeschrittenen Alter, dass gerade ein Beruf, der sich vor allem mit Menschen beschäftigt, Erfüllung bringe, oder, wie es letztlich der Oberkursschüler Lukas Sandner auf den Punkt bringt, „Spaß macht“.

Den kirchlichen Segen bekommt das neue Schulgebäude am 14. Oktober dieses Jahres.

 

 

(Johannes Salomon)

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